Vorsorge und Therapie in Zeiten von COVID-19: Lehren aus der Pandemie

Vorsorge und Therapie in Zeiten von
COVID-19: Lehren aus der Pandemie

Nicht wahrgenommene Vorsorgeuntersuchungen, verzögerte Diagnosen, verschobene Behandlungen: Fast zwei Jahre COVID-19-Pandemie haben die Gesundheitsversorgung in Deutschland phasenweise negativ beeinflusst und eingeschränkt. Das tatsächliche Ausmaß dieses aufgebauten Rückstaus wird vermutlich erst in einigen Jahren sichtbar werden – für einzelne Betroffene, die Gesellschaft und das Gesundheitssystem als Ganzes. Was sich jetzt bereits abzeichnet: Patient:innen mit schweren, chronischen Erkrankungen wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den „stillen Verlierern“ dieser Pandemie. Doch welche Anstrengungen benötigt es, um die Gesundheitsversorgung zukünftig zu verbessern und für Krisensituation bestmöglich aufzustellen?

Verschleppte Diagnosen, verzögerte Therapien

Ob aus Sorge vor einer möglichen COVID-19-Infektion oder durch ein zeitweise begrenztes Versorgungsangebot in Praxen, Notfallambulanzen und Krankenhäusern - die Gründe für den Rückgang bei Vorsorge und Therapie sind unterschiedlich, das Ausmaß ist enorm. Mehr als 20 Millionen ärztliche Behandlungen sind laut den Zahlen des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie ausgefallen.1 So gingen beispielsweise die Herzinfarkt-Behandlungen in 2020 je nach Region um bis zu 40 % zurück, gleichzeitig zeigte sich unter den behandelten Fällen ein deutlicher Anstieg von schweren Komplikationen im Nachgang.2 Darüber hinaus wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein deutlicher Rückgang bei Krebs-Vorsorgeuntersuchungen wie z. B. Screenings auf schwarzen Hautkrebs (Melanom) verzeichnet.3 Auch Fälle von Brust- oder Prostatakrebs blieben häufig unentdeckt und somit unbehandelt.4, 5 Aber gerade eine frühe Diagnose ist im Kampf gegen schwere Erkrankungen wie Krebs entscheidend, um ein gutes und langes Leben möglich zu machen.

Gesundheitssystem fit für die Zukunft machen

Die Herausforderungen für das Gesundheitssystem sind also enorm. Doch welche Weichen müssen gestellt werden, um die Versorgung künftig auch in Krisenzeiten bestmöglich zu gewährleisten? Einen wichtigen Beitrag könnte dabei die Digitalisierung leisten – der entsprechende Bedarf an digitalen Gesundheitsangeboten hat sich während der Pandemie eindrucksvoll gezeigt: Während es 2019 in Deutschland nur wenige tausend Videosprechstunden gab, waren es allein im ersten Halbjahr 2020 etwa 1,4 Millionen.6

„Die bisherigen Erfahrungen mit der Pandemie zeigen, dass wir die Digitalisierung weiter vorantreiben und ihr Potenzial besser nutzen müssen. Ein Beispiel ist die datengestützte Früherkennung und Behandlung von schweren, chronischen Erkrankungen. Auch die klinische Forschung könnte perspektivisch noch vernetzter gestaltet werden“, so Dierk Neugebauer, Vice President Market Access Germany bei Bristol Myers Squibb. Um auch unter erschwerten Bedingungen die wissenschaftliche Forschung vorantreiben zu können, hat Bristol Myers Squibb gemeinsam mit Kooperationspartnern beispielsweise digitale Lösungen erarbeitet, mit denen klinische Studien auch in Ausnahme-Situationen wie einer Pandemie besser durchgeführt werden können.

Vorsorge darf nicht aus dem Blick geraten

„Medizinischer Fortschritt ist Teamwork und braucht die enge Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen. Gemeinsam müssen wir die richtigen Lehren aus der Pandemie ziehen, um die Versorgung zukunftssicher zu machen“, sagt Dr. Michael May, Medical Director Germany bei Bristol Myers Squibb. Denn auch in Krisenzeiten wie einer Pandemie gilt es, die Vorsorge, Diagnostik und Therapie von Betroffenen mit schweren, chronischen Erkrankungen sicherzustellen. So sind Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer noch die Hauptursache für die meisten Todesfälle in Deutschland. Screenings, Gesundheitschecks sowie regelmäßige Besuche bei Ärzt:innen sollten daher gerade bei diesen Krankheitsbildern auf keinen Fall aufgeschoben werden.

 

Quellen

1. Tagesschau vom 2. November 2021. Corona-Pandemie: Massiver Anstieg bei anderen Krankheiten. Verfügbar unter: https://www.tagesschau.de/investigativ/report-mainz/corona-chronisch-kranke-101.html. Letzter Zugriff: 26. November 2021. 
2. Helios-Kliniken. Pressemeldung vom 22. März 2021. Corona: Herzinfarkte fallen deutlich schwerer aus. Verfügbar unter: https://www.helios-gesundheit.de/unternehmen/aktuelles/pressemitteilungen/detail/news/corona-herzinfarkte-fallen-deutlich-schwerer-aus-1/. Letzter Zugriff: 26. November 2021.
3. DAK. Krebsfrüherkennung: Rückgang in der Corona-Pandemie. Pressemeldung vom 4. Mai 2021. Verfügbar unter: https://www.dak.de/dak/bundesthemen/krebsfrueherkennung-rueckgang-in-der-corona-pandemie-2451288.html. Letzter Zugriff: 26. November 2021.
4. BARMER. Tausende Krebsfälle bleiben wegen Corona unentdeckt – Brustkrebs-Patientinnen besonders stark betroffen. Pressemeldung vom 3. Mai 2021. Verfügbar unter: https://www.barmer.de/presse/presseinformationen/pressemitteilungen/krebsfaelle-wegen-corona-unentdeckt-303272. Letzter Zugriff: 26. November 2021.
5. Initiative Qualitätsmedizin vom 26. November 2020. Verfügbar unter: https://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/covid-19-pandemie. Letzter Zugriff: 26. November 2021.
6. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Immer mehr Praxen greifen zur Kamera - Zahl der Videosprechstunden auf über eine Million gestiegen. Artikel vom 4. Februar 2021. Verfügbar unter: https://www.kbv.de/html/1150_50419.php. Letzter Zugriff: 26. November 2021.