BMS logo

Pressemitteilung

Tag gegen den Schlaganfall 2015:
Studie deckt Verbesserungsbedarf bei der Arzt-Patienten-Kommunikation zum Thema Schlaganfallvorsorge bei Vorhofflimmern auf

07/05/15


In Deutschland erleiden jährlich ca. 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Zwei von drei Schlaganfällen könnten mit einer verbesserten Prävention verhindert werden. Aktiv vorsorgen kann aber nur derjenige, der sein individuelles Schlaganfallrisiko kennt. Umso wichtiger ist es daher, mögliche Risikofaktoren frühzeitig mit dem Arzt abzuklären und gegebenenfalls geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Der Informationsaustausch zwischen Patient und Arzt spielt dabei eine zentrale Rolle. Aber: Eine aktuelle, europaweite Umfrage unter Patienten und Ärzten zeigt, dass das gemeinsame Gespräch nicht immer so informativ verläuft, wie von beiden Seiten gewünscht.

Berlin/München/Gütersloh/Bonn, 07. Mai 2015. Das individuelle Schlaganfallrisiko ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Hierzu zählen Merkmale wie das Lebensalter und genetische Voraussetzungen, die nicht beeinflusst werden können, aber auch Lebensstilfaktoren, wie Rauchen und Bewegungsmangel, die jeder selbst in der Hand hat. Eine wichtige Rolle spielen darüber hinaus Grunderkrankungen wie Vorhofflimmern, Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), die das Schlaganfallrisiko um ein Vielfaches erhöhen können.

Erkrankungen wie Vorhofflimmern können aufgrund fehlender oder nicht eindeutiger Anzeichen unerkannt bleiben. Obwohl die Zahl der Betroffenen seit Jahrzehnten kontinuierlich steigt, bleibt die Anzahl der tatsächlichen Diagnosen hinter den geschätzten Zahlen zurück.1 Durch die Stärkung der Aufmerksamkeit für diese Erkrankung und ihre Symptome könnte die Rate von nicht diagnostizierten Vorhofflimmern-Patienten gesenkt werden: Bei Herzstolpern oder Herzrasen, Schwindel aber auch Abgeschlagenheit und Erschöpfung sollte daher der Arzt immer der erste Ansprechpartner sein. Er wird dem Verdacht nachgehen und im Zweifelsfall weitere Maßnahmen zur eindeutigen Erkennung des Vorhofflimmerns ergreifen und zum Beispiel ein Elektrokardiogramm (EKG) durchführen.

Unklarheit über Therapieziel bei Patienten mit Vorhofflimmern

Dem behandelnden Arzt bleibt beim Patientengespräch über die Risiken von Vorhofflimmern allerdings häufig nicht die Zeit, die er gern darauf verwenden würde – das zeigt eine europaweite Umfrage mit insgesamt 635 Patienten und Ärzten, deren Ergebnisse in einem Vortrag auf dem Europäischen Kongress zur kardiologischen Erstversorgung (The European Primary Care Cardiovascular Society, EPCCS) 2014 in Brüssel vorgestellt wurden.2 Obwohl Patienten und Ärzte auf viele Fragen ähnlich antworteten, konnten auch grundsätzliche Unterschiede bei der Wahrnehmung der Arzt-Patienten-Kommunikation festgestellt werden. Während 62 Prozent der befragten Ärzte angaben, die Senkung des Schlaganfallrisikos stehe im Fokus der Therapie bei Vorhofflimmern, so wussten das nur 38 Prozent der befragten Patienten. Und nur 43 Prozent der Patienten konnten sich daran erinnern, dass sie über ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern informiert wurden. Diese Ergebnisse decken sich mit den Resultaten einer 2010 veröffentlichten internationalen Studie der AF AWARE Gruppe. Beide Umfragen legen nahe, dass ein Informationsbedürfnis rund um das Thema Vorhofflimmern und Schlaganfallvorsorge besteht. Die Schwierigkeit für Patienten, relevante Informationen zur Erkrankung und Therapie zu finden, sehen auch 52 Prozent der befragten Ärzte.2 Fast genauso viele Ärzte (51 Prozent) wünschen sich ein größeres Informationsangebot für ihre Patienten.3

Schlaganfallvorsorge aktiv mit Aufklärung verbessern

Für ein verbessertes Wissen in der Bevölkerung und eine frühe Erkennung von Risikofaktoren wie Vorhofflimmern sowie für eine konsequente und leitliniengerechte Vorbeugung und Behandlung von Schlaganfällen setzt sich die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln.“ ein. Gegründet wurde die Initiative von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO) und den pharmazeutischen Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer.

Im Rahmen einer aktiven Vorsorge möchte die Initiative Schlaganfallvorsorge auch Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Vorhofflimmern-Patienten profitieren beispielsweise von einer „herzgesunden“ Lebensweise – Tipps hierzu finden Betroffene auf der Website http://www.schlaganfall-verhindern.de/. Zudem erfahren Besucher des Internetangebots bei Fragen rund um das Thema Schlaganfallvorsorge, wie sich das Arztgespräch gezielt vorbereiten lässt. Zum Download stehen außerdem ein Flyer und eine Patientenbroschüre zur Verfügung.

Über die Partner der Initiative

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Seit ihrer Gründung durch Liz Mohn 1993 verfolgt die Stiftung das Ziel, möglichst viele Schlaganfälle zu verhindern und den Folgen dieser Erkrankung entgegenzutreten. In unterschiedlichen Projekten kümmert sie sich erfolgreich um eine Verbesserung der Prävention, der Therapie, der Rehabilitation und der Nachsorge des Schlaganfalls. Unterstützt wird die Aufklärungs- und Informationsarbeit der Stiftung von rund 200 sogenannten Regionalbeauftragten, die meist Ärzte aus Kliniken und Rehabilitations-Einrichtungen sind. Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind inzwischen über 470 Schlaganfall-Selbsthilfegruppen entstanden. Auch in der Akuttherapie hat die bundesweite Stiftung Zeichen gesetzt: Heute gibt es deutschlandweit mehr als 260 Schlaganfall-Spezialstationen, so genannte Stroke Units, die von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, der LGA InterCert und der Stiftung zertifiziert werden, um ihre Qualität zu gewährleisten.

Die BAGSO – Aktiv für die Älteren
Die BAGSO ist die Lobby der älteren Menschen in Deutschland. Unter ihrem Dach haben sich rund 110 Verbände mit etwa 13 Millionen älteren Menschen zusammengeschlossen. Die BAGSO vertritt deren Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wobei sie die nachfolgenden Generationen immer mit im Blick hat. Sie setzt sich unter anderem ein für:

  • ein selbstbestimmtes Leben im Alter
  • ein gesundes, aktives Altern
  • eine aktive gesellschaftliche Teilhabe
  • eine hochwertige gesundheitliche und pflegerische Versorgung.

Durch ihre Publikationen und Veranstaltungen zeigt die BAGSO Wege für ein möglichst gesundes und kompetentes Altern auf. Aus diesem Grund ist sie der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“ beigetreten und informiert sowohl ältere Menschen als auch Seniorenorganisationen über die verschiedenen Risikofaktoren und auch über den Risikofaktor „Vorhofflimmern“.

Über die Allianz von Bristol-Myers Squibb und Pfizer

Im Jahr 2007 schlossen die forschenden Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer eine internationale Allianz, um die langjährige Erfahrung und Kompetenz beider Unternehmen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bündeln. Neben der Erforschung und Entwicklung von modernen Medikamenten gehört es zum Selbstverständnis beider Unternehmen, sich als verantwortungsvoller Partner im Gesundheitswesen auch für eine optimale Versorgung der Patienten zu engagieren. Gemeinsam setzen die Unternehmen ihre Kompetenz und Kraft in der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“ für eine verbesserte Schlaganfallprävention ein – mit dem Ziel, die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland bis 2024 deutlich zu verringern.


Kontakt und weitere Informationen:

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle
Pressestelle
Carl-Miele-Straße 210
33311 Gütersloh
Tel: 0 52 41/97 70-12
Fax: 0 52 41/97 70-712
Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Ursula Lenz
Pressereferat
Bonngasse 10
53111 Bonn
Tel: 0228/24 99 93-18
Fax: 0228/24 99 93-20
Mail: lenz@bagso.de

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Eszter Viragh
Public Affairs
Arnulfstraße 29
80636 München
Tel: 089/121 42-70 36
Fax: 089/121 42-262
Mail: eszter.viragh@bms.com

Pfizer Deutschland GmbH
Dr. Henry Werner
Unternehmenskommunikation
Linkstraße 10
10785 Berlin
Tel: 030/55 00 55-510 88
Mail: presse@pfizer.com

 

Quellen:

  1. L’Hoest H: Vorhofflimmern: Die „neue Epidemie“ der Herzkreislaufkrankheiten? BARMER GEK Gesundheitswesen aktuell 2012: 236-260.
  2. Camm J, Lobban T, Knight E: Atrial fibrillation (AF)-related stroke prevention – A survey to identify unmet needs in informed and shared decision making. Vorgestellt auf dem Kongress der European Primary Care Cardiovascular Society (EPCCS), 2014.
  3. Aliot E et al: An international survey of physician and patient understanding, perception, and attitudes to atrial fibrillation and its contribution to cardiovascular disease morbidity and mortality. Europace 2010 (12): 626–633, doi:10.1093/europace/euq109.