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Pressemitteilung

Neue Daten der Phase-III-Studie ELOQUENT-2 belegen: Elotuzumab verringert in Kombination mit der Standardtherapie signifikant das Progressionsrisiko beim Multiplen Myelom

10/06/15


  • Elotuzumab reduzierte das Progressions- und Mortalitätsrisiko um 30 Prozent; die progressionsfreie 2-Jahres-Überlebensrate (PFS) lag im Elotuzumab-Arm bei 41 Prozent im Vergleich zu 27 Prozent im Kontroll-Arm
  • Das Verträglichkeitsprofil zeigte einen nur geringen Anstieg der unerwünschten Ereignisse durch die Ergänzung der Therapie aus Lenalidomid und Dexamethason um Elotuzumab
  • Die Ergebnisse bestätigen den neuen Wirkmechanismus von Elotuzumab, der das Immunsystem bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom direkt aktiviert
  • Die Ergebnisse der Studie CheckMate -067 wurden als erstes Abstract in der Plenarsitzung der 51. Jahreskonferenz der American Society of Clinical Oncology vorgestellt und gleichzeitig im New England Journal of Medicine veröffentlicht

München, 10. Juni 2015 – Bristol-Myers Squibb und AbbVie haben jetzt bekannt gegeben, dass Ergebnisse einer Interimsanalyse der randomisierten Open-Label-Phase-III-Studie ELOQUENT-2 am 2. Juni online im New England Journal of Medicine publiziert wurden. In der Studie (n=646) wurde Elotuzumab, ein immunstimulierender Antikörper, in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (ELd) mit der Standardtherapie aus Lenalidomid und Dexamethason (Ld) zur Therapie des rezidivierten oder refraktären Multiplen Myeloms verglichen. Die co-primären Endpunkte wurden erreicht: Die Studie zeigte ein überlegenes progressionsfreies Überleben (progression-free survival; PFS) und Ansprechen (Overall Response Rate; ORR).

Im ELd-Arm konnte das Progressions- oder Mortalitätsrisiko im Vergleich zum Ld-Arm um 30 Prozent gesenkt werden (Hazard Ratio 0,70 [95 %-KI: 0,57, 0,85]; p=0,0004). Die PFS-Rate lag nach einem Jahr im ELd-Arm bei 68 Prozent versus 57 Prozent im Ld-Arm bzw. bei 41 Prozent versus 27 Prozent nach zwei Behandlungsjahren. Ebenfalls wurde im ELd-Arm ein signifikant besseres ORR mit 79 Prozent (74 Prozent bis 83 Prozent) beobachtet im Vergleich zu 66 Prozent (60 Prozent bis 70 Prozent) im Ld-Arm (OR, 1,9; 1,4 bis 2,8; p=0,0002). Das Verträglichkeitsprofil stimmte mit dem bereits veröffentlichter Studien überein. Es gab nur einen geringen Anstieg der unerwünschten Ereignisse (UE) durch die Ergänzung von Elotuzumab zur Standardtherapie.

„Trotz der Fortschritte in der Therapie bleibt das Multiple Myelom eine weitgehend unheilbare Erkrankung“, so der Studienleiter Dr. Sagar Loniel, Chief Medical Officer am Winship Cancer Institute der Emory University School of Medicine. „Die Daten der ELOQUENT-2-Studie sind bedeutend, da sie zeigen, dass die Zugabe von Elotuzumab zur Standardtherapie eine Reduktion des Progressionsrisikos bewirkte, die zudem länger anhielt. Diese Daten belegen den Vorteil eines immunbasierten Therapieansatzes beim Multiplen Myelom.“

Die Ergebnisse der ELOQUENT-2-Studie wurden auf dem Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago am Dienstag, den 2. Juni 2015, präsentiert (Abstract #8508).

In einer Poster Session am 31. Mai 2015 wurden im Rahmen der ASCO-Jahrestagung zudem Ergebnisse einer Phase-II-Studie präsentiert, in der Elotuzumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason (EBd, n=77) vs. Bortezomib und Dexamethason (Bd, n=75) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom untersucht wurde (Abstract #8573). Wie auch die Daten der ELOQUENT-2-Studie zeigten die Phase-II-Studienergebnisse, dass im EBd-Arm im Vergleich zum Bd-Arm das Progressions- oder Mortalitätsrisiko um 28 Prozent reduziert werden konnte (Hazard Ratio 0,72 [70 %-KI, 0,59, 0,88]). Das Ein-Jahres-PFS lag unter EBd bei 39 Prozent (95 %-KI: 28 Prozent, 50 Prozent) versus 33 Prozent (95 %-KI: 22 Prozent, 44 Prozent) im Bd-Arm. Die Ein-Jahres-Überlebensrate lag bei 85 Prozent (95 %-KI: 75 Prozent, 92 Prozent) im EBd-Arm versus 74 Prozent (95 %-KI: 62 Prozent, 83 Prozent) im Bd-Arm. Unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 – 4 wurden von 68 Prozent der Patienten im EBd-Arm und von 60 Prozent im Bd-Arm berichtet. Diese schlossen Infektionen (19 Prozent versus 15 Prozent), Thrombozytopenie (9 Prozent versus 17 Prozent) und periphere Neuropathie (8 Prozent versus 9 Prozent) ein.

„Diese Studien, die Elotuzumab in Kombination mit entweder einem Immunmodulator oder einem Proteaseinhibitor evaluierten, zeigen, dass Elotuzumab, ein immunstimulierender Antikörper, das Potenzial hat, eine neue Modalität für die Therapie des Multiplen Myeloms zu sein“, so Michael Giordano, Senior Vice President, Head of Development, Oncology, Bristol-Myers Squibb. „Bristol-Myers Squibb macht weiterhin große Fortschritte in seinem Engagement, die Rolle der immunonkologischen Therapie auf den Bereich der hämatologischen Neoplasien, wie beispielsweise das Multiple Myelom, zu übertragen. Wir freuen uns auf das Follow-up der ELOQUENT-2-Studie, da wir wissen, dass eine Verbesserung der Langzeit-Outcomes, einschließlich des Überlebens, für die Patienten von entscheidender Bedeutung ist.“

Über ELOQUENT-2

ELOQUENT-2 (CA204-004) ist eine multizentrische Open-Label-Studie der Phase III, die Elotuzumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason im Vergleich zu Lenalidomid und Dexamethason allein bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom evaluiert. In die Studie wurden 646 Patienten eingeschlossen, die eine bis drei Vortherapien erhalten hatten und nicht gegen Lenalidomid refraktär waren. Die Patienten wurden 1:1 in zwei Therapiearme randomisiert und erhielten entweder Elotuzumab 10 mg/kg in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason (ELd) oder nur Lenalidomid und Dexamethason (Ld) in einem 28-Tage-Zyklus bis zur Progression oder inakzeptabler Toxizität. Die beiden co-primären Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben, definiert durch die Hazard Ratio, und das objektive Ansprechen. Das mediane Follow-up für diese Interimsanalyse lag bei 24,5 Monaten mit einer Retentionsrate von 35 Prozent im ELd-Arm (n=113) und 21 Prozent im Ld-Arm (n=66). Die wichtigsten sekundären Endpunkte schlossen das Gesamtüberleben und Schmerzstärke/Beeinflussung des täglichen Lebens ein. Explorative Endpunkte waren unter anderem Tumoransprechen, Dauer des Therapieansprechens, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Verträglichkeit.

Neben einer 30-prozentigen Reduktion des Progressionsrisikos, die zu Jahr zwei anhielt, lag das mediane PFS im ELd-Arm bei 19,4 Monaten (95 %-KI: 16,6 bis 22,2) versus 14,9 Monate (95 %-KI: 12,1 bis 17,2) im Ld-Arm. Der beobachtete PFS-Benefit war in allen vordefinierten Subgruppen vergleichbar. Die Patienten im ELd-Arm wurden 30 Prozent (oder median ca. 5 Monate) länger mit Lenalidomid behandelt als Patienten im Ld-Arm. Progression war der häufigste Grund für Therapieabbrüche (42 Prozent unter ELd; 47 Prozent unter Ld). Die Abbruchrate aufgrund von unerwünschten Ereignissen unterschied sich in den einzelnen Armen nicht. Zu den hämatologischen unerwünschten Ereignissen vom Grad 3 – 4 im ELd-Arm bzw. Ld-Arm zählten Lymphopenie (77 Prozent versus 49 Prozent), Neutropenie (34 Prozent versus 44 Prozent), Anämie (19 Prozent versus 21 Prozent) und Thrombozytopenie (19 Prozent versus 20 Prozent). Die Expositions-adjustierte Infektionsrate war in beiden Armen gleich. Infusionsbedingte Reaktionen traten bei 10 Prozent der Patienten unter ELd auf; diese waren zumeist vom Grad 1 – 2, gut behandelbar und führten nur bei einem Prozent der Patienten zum Therapieabbruch. Ein vergleichbarer Anteil der Patienten in beiden Studiengruppen (2 Prozent) starb aufgrund eines unerwünschten Ereignisses. Insgesamt kam es innerhalb des Beobachtungszeitraums zu 210 Todesfällen: 94 (30 Prozent) im ELd-Arm im Vergleich zu 116 (37 Prozent) im Ld-Arm. Insgesamt repräsentieren diese Todesfälle 49 Prozent der 427 Todesfälle, die für die finale Analyse benötigt werden. Das Langzeit-Outcome wird im laufenden Follow-up erhoben.

Über Elotuzumab

Elotuzumab ist ein sich in der klinischen Prüfung befindlicher immunstimulierender Antikörper, der gegen Signaling Lymphocytic Activation Molecule Family Member -7 (SLAMF7) gerichtet ist. SLAMF7 ist ein Glykoprotein, das auf der Oberfläche der Myelomzellen sowie den natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) exprimiert wird, jedoch nicht im normalen Gewebe oder hämatopoetischen Stammzellen gefunden wird. Derzeit wird untersucht, ob Elotuzumab spezifisch Myelomzellen angreifen kann. Es wird angenommen, dass Elotuzumab durch einen dualen Wirkmechanismus gekennzeichnet ist: Elotuzumab bindet an SLAMF7 auf den NK-Zellen und aktiviert dadurch die NK-Zellen; durch Bindung an SLAMF7 auf den Myelomzellen werden aktivierte NK-Zellen rekrutiert, die diese erkennen und zerstören. Im Mai 2014 erhielt Elotuzumab von der U.S. Food & Drug Administration (FDA) den Status einer „Breakthrough Therapy Designation“ in Kombination mit einer der zur Therapie des Multiplen Myeloms zugelassenen Chemotherapien (Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason) bei Patienten, die bereits eine oder mehr Therapien erhalten hatten. Die Wirksamkeit und Sicherheit wurden weder von der FDA noch einer anderen Gesundheitsbehörde evaluiert. Elotuzumab wird von Bristol-Myers Squibb und AbbVie gemeinsam entwickelt. Bristol-Myers Squibb ist für die kommerzielle Vermarktung verantwortlich.

Über die Immunonkologie bei Bristol-Myers Squibb

Chirurgie, Strahlentherapie, zytotoxische oder zielgerichtete Therapien bildeten in den letzten Jahrzehnten die Säulen der Krebsbehandlung. Dennoch blieben Langzeitüberleben und eine positive Lebensqualität für viele Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen nur schwer erreichbar. Um den Bedarf an neuen, wirkungsvollen Therapien zu decken, treibt Bristol-Myers Squibb die Fortschritte in dem innovativen Bereich der Immunonkologie maßgeblich voran. Der primäre Wirkmechanismus immunonkologischer Substanzen besteht darin, im Kampf gegen Krebs das körpereigene Immunsystem zu aktivieren. Das Unternehmen evaluiert verschiedene Substanzen und immuntherapeutische Ansätze für Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten, inklusive des Potenzials von Kombinationen immunonkologischer Wirkstoffe, die auf verschiedene und möglicherweise synergistische Signalwege bei der Krebsbehandlung abzielen. Bristol-Myers Squibb hat sich verpflichtet, die Wissenschaft der Immunonkologie voranzutreiben, mit dem Ziel, die Lebenserwartung und Lebensqualität von Krebspatienten zu verbessern.

Über Bristol-Myers Squibb

Bristol-Myers Squibb ist ein weltweit tätiges BioPharma-Unternehmen, das sich die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz innovativer Medikamente zur Aufgabe gemacht hat, die Patienten im Kampf gegen schwere Erkrankungen helfen. Weiterführende Informationen unter http://www.b-ms.de/ oder http://www.bms.com/.

Über AbbVie

AbbVie ist ein globales, forschendes BioPharma-Unternehmen, das 2013 aus der Aufteilung von Abbott entstanden ist. Ziel von AbbVie ist es, mit seiner Expertise, seinem einzigartigen Innovationsansatz und engagierten Mitarbeitern innovative Therapien für einige der komplexesten und schwerwiegendsten Krankheiten der Welt zu entwickeln und bereitzustellen. Zusammen mit seinem 100-prozentigen Tochterunternehmen Pharmacyclics beschäftigt AbbVie weltweit mehr als 28.000 Mitarbeiter und vermarktet seine Medikamente in über 170 Ländern. Weitere Informationen zum Unternehmen auf http://www.abbvie.com/.

Zukunftsgerichtete Aussagen von Bristol-Myers Squibb

Diese Pressemitteilung enthält hinsichtlich der Forschung, Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten sogenannte „zukunftsgerichtete Aussagen“ im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995. Solche zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf gegenwärtigen Erwartungen und unterliegen entsprechenden Risiken und Unsicherheiten, darunter Faktoren, die zum Beispiel eine Verzögerung oder Veränderung dieser Aussagen zur Folge haben und dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse erheblich von den gegenwärtigen Erwartungen abweichen. Es kann keine Garantie für zukunftsgerichtete Aussagen übernommen werden. Neben weiteren Unsicherheiten kann nicht garantiert werden, dass Elotuzumab in der Europäischen Union eine Zulassung beim Multiplen Myelom erhalten wird oder im Falle einer Zulassung ein wirtschaftlich erfolgreiches Produkt wird. Zukunftsgerichtete Aussagen in dieser Pressemitteilung sollten zusammen mit den vielen Unsicherheiten bewertet werden, die sich auf das Handeln von Bristol-Myers Squibb auswirken. Hierzu gehören insbesondere die Unsicherheiten, die in der Erörterung der Risikofaktoren im Jahresbericht von Bristol-Myers Squibb auf Formblatt 10-K für das am 31. Dezember 2014 beendete Geschäftsjahr, in unseren Quartalsberichten auf Formblatt 10-Q und in aktuellen Berichten auf Formblatt 8-K benannt wurden. Bristol-Myers Squibb sieht sich nicht verpflichtet, seine zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder sonstiger Faktoren öffentlich zu aktualisieren.

Zukunftsgerichtete Aussagen von AbbVie

Einige Aussagen dieser Pressemitteilung können sogenannte „zukunftsgerichtete Aussagen“ im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995 darstellen. Die Worte „glauben“, „erwarten“, „annehmen“, „einschätzen“ und ähnliche Begriffe zeigen zukunftsgerichtete Aussagen an. AbbVie gibt zu bedenken, dass solche zukunftsgerichteten Aussagen Risiken und Unsicherheiten unterliegen, die dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse erheblich von den zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Diese Risiken und Unsicherheiten können die Wahrscheinlichkeit des Abschlusses der Transaktion einschließen sowie die erwarteten Benefits der Transaktion, Herausforderungen in Bezug auf das geistige Eigentum, Wettbewerb anderer Produkte, Schwierigkeiten im Forschungs- und Entwicklungsprozess, Rechtsstreitigkeiten oder behördliche Maßnahmen sowie Veränderungen in den Gesetzen und Regelungen der pharmazeutischen Industrie. Weitere Informationen über wirtschaftliche, den Wettbewerb betreffende, technologische und andere Faktoren, die das Handeln von AbbVie beeinflussen könnten, sind im Punkt 1A „Risikofaktoren“ im Jahresbericht 2014 von AbbVie auf Formblatt 10-K benannt, der bei der Börsenaufsichtsbehörde eingereicht wurde. AbbVie sieht sich nicht verpflichtet, seine zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund nachfolgender Ereignisse oder Entwicklungen öffentlich zu revidieren, soweit dies nicht gesetzlich vorgeschriebenen ist.

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