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Pressemitteilung

„Der informierte Patient“
Dialog fördern – Schlaganfall-Risiko reduzieren

12/06/15


Expertenrunde diskutierte Bedeutung der Kommunikation in der Schlaganfall-Versorgung

Expertenrunde diskutierte Bedeutung der Kommunikation in der Schlaganfall-Versorgung Die Kommunikation sowohl zwischen Ärzten und Patienten bzw. Angehörigen als auch zwischen den einzelnen Gesundheitssektoren ist eine wesentliche Voraussetzung für eine optimale Schlaganfall-Versorgung. Wie eine Verbesserung der Kommunikation gefördert werden kann, wurde im Rahmen des diesjährigen Hauptstadtkongresses in Berlin diskutiert. „Der offene und breit angelegte Dialog in der Schlaganfall-Versorgung kann Leben retten“, erklärt Professor Dr. Heinrich Audebert, ärztlicher Leiter der Klinik für Neurologie am Campus Benjamin Franklin/Charité. „Das gilt für die Prävention genauso wie für die Akutversorgung und die Rehabilitation. Dafür müssen jedoch Kommunikationshürden zwischen allen verantwortlichen Stellen abgebaut werden.“

Berlin/München/Gütersloh/Bonn, 12. Juni 2015. Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, obwohl dieser in zwei von drei Fällen verhindert werden könnte. Wie eine Verbesserung der Schlaganfall-Versorgung erreicht werden kann und welche Rolle die Förderung eines übergreifenden Dialogs zwischen den zuständigen Stellen dabei spielt, diskutierten Vertreter von Medizin, Forschung, Selbsthilfe, Industrie und Politik bei der Podiumsdiskussion „Patienten-Kommunikation in der Schlaganfall-Versorgung – Brückenbauer zwischen den Sektoren!“ Sie folgten dabei einer Einladung der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“, die von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) sowie den pharmazeutischen Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer ins Leben gerufen wurde. Das Fazit der Medizinjournalistin Vera Cordes, die im Rahmen des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit die Podiumsdiskussion moderierte, lautet: „Um Patienten zu aktiven Partnern zu machen, sollte die Vernetzung und Kommunikation zwischen den Akteuren in der Schlaganfallvorsorge und Behandlung gefördert werden. Dabei hat die Kommunikation mit den Betroffenen und Angehörigen einen hohen Stellenwert.“

Vielen Patienten fehlt es allerdings an Kenntnis der Risikofaktoren, dem Wissen darüber, wann Vorsorgemaßnahmen notwendig sind und wie man diese umsetzen kann. Einer der größten Risikofaktoren für einen Schlaganfall ist Vorhofflimmern. Sind die Risikofaktoren festgestellt worden, ist die Einleitung einer geeigneten Schlaganfallvorsorge besonders wichtig. Nach einem Schlaganfall sollte alles unternommen werden, um ein weiteres Ereignis zu verhindern. Durch das Wirken verschiedener Behandler bei Prävention, Akutversorgung und Nachsorge wie Hausärzte und Spezialisten, Kliniken sowie Reha-Einrichtungen, befinden sich die Patienten im Spannungsfeld verschiedener Akteure. Dabei kommt ihnen, die auf eine gute Kommunikation zwischen den einzelnen Versorgungsstellen angewiesen sind, häufig selbst die Schlüsselrolle als Mittler und Brückenbauer zwischen den Akteuren zu – eine Situation, die viele Patienten überfordert.

Betroffen sind vor allem ältere Menschen: Etwa 80 Prozent der Schlaganfall-Patienten sind über 60 Jahre alt. „Uns ist es wichtig, Menschen in Gesundheitsfragen zu unterstützen, damit sie selbst aktiv werden und möglichst bis ins hohe Lebensalter gesund bleiben“, sagt Dr. Barbara Keck, Geschäftsführerin der BAGSO Service Gesellschaft. Jeder habe seine Gesundheit ein Stück weit selbst in der Hand – wichtig sei es, sich ausreichend zu bewegen, gesund zu ernähren sowie geistig und sozial aktiv zu bleiben. „Gerade Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte oder gar Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern sind Risikofaktoren, die es frühzeitig zu erkennen gilt, um einem Schlaganfall rechtzeitig vorzubeugen“, so Keck. Ein gesunder Lebensstil trage genau wie die Präventionsberatung durch den Arzt maßgeblich dazu bei, möglichst lange gesund zu bleiben. Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, ergänzt: „Neben einer guten Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten spielt ein gleichberechtigter Umgang miteinander eine große Rolle, denn im Informations- und Versorgungsdschungel können sich viele Schlaganfall-Patienten verloren fühlen.“ Gisela Kiank, Erste Vorsitzende des Landesselbsthilfeverband Schlaganfall- und Aphasiebetroffener und gleichartig Behinderter Berlin e.V., bestätigt: „Nur ein informierter, motivierter Patient ist ein starker Patient.“

Aber wie erreicht man das? Eine Antwort darauf bietet beispielsweise ein Pilot-Projekt der Schlaganfall-Hilfe. Als Berater und Unterstützer begleiten sogenannte Schlaganfall-Lotsen die Behandlung der Patienten vom ersten Tag in der Stroke Unit des Krankenhauses über die Reha-Behandlung ein ganzes Jahr lang. Das ist wichtig, denn nicht ausreichend aufgeklärte oder unterstützte Patienten brechen Maßnahmen zur Nachsorge bzw. Sekundärprävention häufiger ab. „Wir beraten Patienten und ihre Familien und begleiten unterstützend die Behandlung“, beschreibt Schlaganfall-Lotsin Anke Siebdrat ihre Arbeit. Sorgen und Wünsche der Betroffenen müssen besser verstanden werden, fordert sie, da der Heilungsprozess oft tiefgehende Veränderungen des Lebensstils verlange. „Dafür brauchen die Patienten und ihre Familien aktive Hilfe im Alltag.“

Auf Aufklärung setzt das kommunale Pilot-Projekt „Schlaganfälle vermeiden – Wir in Neukölln handeln gemeinsam!“ des Bezirksamts Berlin-Neukölln, des Vivantes Klinikums Neukölln, der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sowie der pharmazeutischen Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer. Hier arbeiten Klinikum, Behörden und niedergelassene Ärzte eng zusammen, um die Versorgung zu verbessern. Unter anderem wurde ein kurzer Film entwickelt, der in den Wartezimmern der Bürgerämter über die wichtigsten Risikofaktoren und die richtige Reaktion bei Verdacht auf einen Schlaganfall informiert. „Das speziell entwickelte Kurzvideo ermuntert zu richtigem Handeln bei Schlaganfallverdacht“, betont der stellvertretende Bezirksbürgermeister und Stadtrat für Jugend und Gesundheit in Neukölln, Falko Liecke. Das Neuköllner Projekt zeigt: Auch Kommunen sind ein wichtiger Partner in der Schlaganfallvorsorge. Es könnte so Vorbild für viele Städte in ganz Deutschland sein.

Den Nutzen einer starken Vernetzung fasst zum Ende der Podiumsdiskussion Brinkmeier zusammen: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Zahl der Schlaganfälle bis 2024 deutlich zu verringern.“ Auch Peter Albiez, Vorsitzender der Geschäftsführung der Pfizer Deutschland GmbH, sieht in der Zusammenarbeit Anlass zur Hoffnung. „Wir können dieses Ziel erreichen, wenn alle Akteure gemeinschaftlich handeln und sich langfristig engagieren.“

Schlaganfallvorsorge aktiv mit Aufklärung verbessern

Für ein verbessertes Wissen in der Bevölkerung, eine frühe Erkennung von Risikofaktoren wie Vorhofflimmern sowie für eine konsequente und leitliniengerechte Vorbeugung und Behandlung von Schlaganfällen setzt sich die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln.“ ein. Im Rahmen einer aktiven Vorsorge möchte die Initiative Schlaganfallvorsorge auch Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Vorhofflimmer-Patienten profitieren beispielsweise von einer „herzgesunden“ Lebensweise. Tipps hierzu finden Betroffene auf der Website www.schlaganfall-verhindern.de. Zudem erfahren Besucher des Internetangebots, wie sie das Arztgespräch gezielt vorbereiten können. Zum Download stehen außerdem ein Flyer und eine Patientenbroschüre zur Verfügung.

Über die Partner der Initiative

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Seit ihrer Gründung durch Liz Mohn 1993 verfolgt die Stiftung das Ziel, möglichst viele Schlaganfälle zu verhindern und die Folgen dieser Erkrankung zu mildern. In unterschiedlichen Projekten kümmert sie sich erfolgreich um eine Verbesserung der Prävention, der Therapie, der Rehabilitation und der Nachsorge des Schlaganfalls. Unterstützt wird die Aufklärungs- und Informationsarbeit der Stiftung von rund 200 sogenannten Regionalbeauftragten, die meisten sind Ärzte aus Kliniken und Rehabilitations-Einrichtungen. Unter dem Dach der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind inzwischen über 470 Schlaganfall-Selbsthilfegruppen entstanden. Auch in der Akuttherapie hat die bundesweite Stiftung Zeichen gesetzt: Heute gibt es deutschlandweit mehr als 260 Schlaganfall-Spezialstationen, so genannte Stroke Units, die von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, der LGA InterCert und der Stiftung zertifiziert werden, um ihre Qualität zu gewährleisten.

Die BAGSO – Aktiv für die Älteren
Die BAGSO ist die Lobby der älteren Menschen in Deutschland. Unter ihrem Dach haben sich rund 110 Verbände mit etwa 13 Millionen älteren Menschen zusammengeschlossen. Die BAGSO vertritt deren Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wobei sie die nachfolgenden Generationen immer mit im Blick hat. Durch ihre Publikationen und Veranstaltungen zeigt die BAGSO Wege für ein möglichst gesundes und kompetentes Altern auf. Aus diesem Grund ist sie der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“ beigetreten und informiert sowohl ältere Menschen als auch Seniorenorganisationen über die verschiedenen Risikofaktoren und auch über den Risikofaktor „Vorhofflimmern“.

Über die Allianz von Bristol-Myers Squibb und Pfizer

Im Jahr 2007 schlossen die forschenden Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer eine internationale Allianz, um die langjährige Erfahrung und Kompetenz beider Unternehmen auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bündeln. Neben der Erforschung und Entwicklung moderner Medikamente gehört es zum Selbstverständnis beider Unternehmen, sich als verantwortungsvoller Partner im Gesundheitswesen auch für eine optimale Versorgung der Patienten zu engagieren. Gemeinsam setzen die Unternehmen ihre Kompetenz und Kraft in der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“ für eine verbesserte Schlaganfallprävention ein – mit dem Ziel, die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland bis 2024 deutlich zu verringern.


Kontakt und weitere Informationen:

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle
Pressestelle
Carl-Miele-Straße 210
33311 Gütersloh
Tel: 0 52 41/97 70-12
Fax: 0 52 41/97 70-712
Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Ursula Lenz
Pressereferat
Bonngasse 10
53111 Bonn
Tel: 0228/24 99 93-18
Fax: 0228/24 99 93-20
Mail: lenz@bagso.de

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Eszter Viragh
Public Affairs
Arnulfstraße 29
80636 München
Tel: 089/121 42-70 36
Fax: 089/121 42-262
Mail: eszter.viragh@bms.com

Pfizer Deutschland GmbH
Dr. Henry Werner
Unternehmenskommunikation
Linkstraße 10
10785 Berlin
Tel: 030/55 00 55-510 88
Mail: presse@pfizer.com