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Pressemitteilung

Daten aus Phase-I/IIa-Studie: Anti-LAG-3 (BMS-986016) in Kombination mit Nivolumab zeigt Aktivität bei stark vorbehandelten Melanompatienten mit rezidivierender oder refraktärer Erkrankung unter einer anti-PD-1/PD-L1-Therapie

26/06/17


  • Durch LAG-3-Biomarker könnten Patienten identifiziert werden, die mit größerer Wahrscheinlichkeit von dieser Kombinationstherapie profitieren
  • Kombination von zwei Checkpoint-Inhibitoren hatte ein vergleichbares Verträglichkeitsprofil wie Nivolumab-Monotherapie

München, 26. Juni 2017 – Bristol-Myers Squibb veröffentlichte anlässlich der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2017 Proof-of-Concept-Daten, die eine vorläufige Wirksamkeit von BMS-986016 in Kombination mit Nivolumab (Opdivo®) bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Melanom und vorheriger anti-PD-1/PD-L1-Therapie (n = 55) zeigen. Bei der neuen Substanz handelt es sich um einen anti-LAG-3(Lymphozyten-Aktivierungsgen 3)-Antikörper. In der laufenden Expansionsstudie mit stark vorbehandelten Patienten, die unter einer anti-PD-1/PD-L1-Therapie refraktär waren oder ein Rezidiv erlitten hatten, betrug die objektive Ansprechrate (ORR) bei den auswertbaren Patienten (n = 48) 12,5 %. Die Patienten, bei denen mindestens 1 % (n = 25) der tumorassoziierten Immunzellen im Bereich des Tumorrands LAG-3 exprimierten, erzielten eine fast dreimal höhere ORR im Vergleich zu den Patienten mit einer LAG-3-Expression von weniger als 1 % (n = 14) (20,0 % vs. 7,1 %).1

Für einige Tumorarten ist die immunonkologische Therapie bereits zum Therapiestandard geworden. Immer mehr Patienten sind jedoch unter einer anti-PD-1/PD-L1-Therapie refraktär oder erleiden ein Rezidiv und haben aufgrund dessen eine schlechtere Prognose. Diese Proof-of-Concept-Daten zeigen, dass die Kombination von anti-LAG-3 und Nivolumab bei Patienten, die unter einer anti-PD-1/PD-L1-Therapie refraktär sind, Patienten helfen kann, diese Resistenz zu überwinden und die T-Zell-Aktivität wiederherzustellen.

„Als potenziell synergistischer Signalweg zu PD-1/PD-L1 ist LAG-3 ein wichtiger Immun-Checkpoint-Rezeptor, der die T-Zell-Funktion reguliert und dessen Hemmung den Nutzen für Patienten steigern kann”, so Paolo Ascierto, M.D., Istituto Nazionale Tumori Fondazione Pascale in Neapel, Italien. „Diese Ergebnisse zeigen, dass BMS-986016 in Kombination mit Nivolumab einen klinischen Nutzen bieten kann, insbesondere für Patienten, deren Tumoren Immunzellen enthalten, die LAG-3 exprimieren. Dies rechtfertigt weitere Studien, um die Auswirkung dieser Kombination und den Nutzen von LAG-3 als immunologischen Biomarker zu untersuchen.”

„Von den Fortschritten in der Immunonkologie konnten bislang viele Krebspatienten profitieren. Leider sprechen einige Patienten nicht gut auf die Behandlung an oder erleiden nach einem anfänglichen Ansprechen ein Rezidiv”, so Fouad Namouni, M.D., Head of Oncology Development, Bristol-Myers Squibb. „Wir arbeiten aktiv daran, die zugrunde liegende Biologie von anti-PD-1/PD-L1-resistenten Tumoren zu charakterisieren und prädiktive Biomarker zu bestimmen, um Entscheidungen über sinnvolle Kombinationstherapien treffen zu können. Diese Ergebnisse, die auf eine potenzielle Bedeutung von anti-LAG-3 in diesem Kontext hinweisen, sind für uns ermutigend und wir sind gespannt auf die weitere laufende Forschung zu LAG-3 als alternativem therapeutischem Target und prädiktivem Biomarker.”

Bristol-Myers Squibb forscht im Bereich der Onkologie an über 21 klinischen Wirkstoffen mit verschiedenen Wirkmechanismen und translationalen Ansätzen. Hierfür werden evidenzbasierte wissenschaftliche Erkenntnisse über das komplexe und multifaktorielle Immunsystem genutzt.

Über CA224-020

CA224-020 ist eine unverblindete Dosiseskalations- und Kohortenexpansionsstudie der Phase I/IIa zur Beurteilung der Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit eines monoklonalen anti-LAG-3-Antikörpers in Kombination mit Nivolumab bei fortgeschrittenen soliden Tumoren. Die in die Studie eingeschlossenen Patienten wurden alle zwei Wochen mit BMS-986016 80 mg in Kombination mit Nivolumab 240 mg behandelt.

Die primären Studienziele umfassten die Verträglichkeit und objektive Ansprechrate [ORR; vollständige (CR) + partielle Remission (PR)], die Krankheitskontrollrate [DCR; CR + unbestätigte CR + PR + unbestätigte PR + stabile Erkrankung (SD) > 12 Wochen] und die Ansprechdauer (RECIST v1.1).

Bis zum Daten-Cut-off wurden 212 Patienten behandelt, darunter 55 Melanompatienten mit vorheriger anti-PD-1/PD-L1-Therapie, von denen 48 in Bezug auf ihr Ansprechen ausgewertet werden konnten. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse jeglichen Grades traten bei 45 % der Patienten auf; bei 9 % der Patienten traten unerwünschte Ereignisse der Grade 3 und 4 auf.

Die auf der ASCO-Tagung vorgestellten Daten stammen aus einer Expansionskohorte mit Melanompatienten.

Über LAG-3

Das Lymphozyten-Aktivierungsgen 3 (LAG-3) ist ein Immun-Checkpoint-Rezeptorprotein, das sich auf der Zelloberfläche von zytotoxischen T-Zellen und regulatorischen T-Zellen (Tregs) befindet. Es steuert die T-Zell-Antwort und -Aktivierung sowie das Wachstum von T-Zellen. Präklinische Studien weisen darauf hin, dass T-Zellen durch die Hemmung von LAG-3 ihre zytotoxische Funktion wiedererlangen und möglicherweise das Tumorwachstum beeinflussen können. Die LAG-3-Expression wird auch als Biomarker zur Vorhersage des Ansprechens auf eine Therapie evaluiert. Erste Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass das gezielte Ansetzen am LAG-3-Signalweg in Kombination mit anderen sich potenziell ergänzenden Signalwegen eine Schlüsselstrategie sein könnte, um die Antitumorantwort effektiver zu aktivieren.

Bristol-Myers Squibb untersucht seinen anti-LAG-3-Antikörper BMS-986016 in klinischen Studien in Kombination mit anderen Wirkstoffen bei verschiedenen Tumorarten.

Über Nivolumab (Opdivo®)

Tumorzellen können durch verschiedene Escape-Mechanismen, wie die Unterdrückung der Immunantwort über Checkpoint-Signalwege, der körpereigenen Immunabwehr entkommen.2 Nivolumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der spezifisch an den Programmed-Death-1 (PD-1)-Rezeptor auf aktivierten T-Zellen bindet.3 Dadurch kann Nivolumab die Interaktion der Liganden PD-L1 und PD-L2 auf der Oberfläche der Tumorzellen mit dem PD-1-Rezeptor hemmen. Die Blockade des PD-1-Rezeptors durch Nivolumab kann so eine Unterdrückung der Immunabwehr verhindern und die antitumorale Immunantwort reaktivieren.2,4 Um Nivolumab bei unterschiedlichen Tumorarten als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Behandlungen zu untersuchen, hat Bristol-Myers Squibb ein umfangreiches, globales Entwicklungsprogramm mit mehr als 50 Studien aufgesetzt, in die weltweit über 25.000 Patienten eingeschlossen wurden. Nivolumab wurde 2014 als erster PD-1-Inhibitor in den Vereinigten Staaten zugelassen und hat die Marktzulassung derzeit in 60 Ländern, darunter Europa, die Vereinigten Staaten und Japan. In Europa erteilte die Europäische Kommission am 19. Juni 2015 die erste Zulassung für Nivolumab zur Monotherapie von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem (nicht resezierbarem oder metastasiertem) Melanom. Am 20. Juli 2015 folgte die zweite Marktzulassung für Nivolumab zur Behandlung von Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom mit plattenepithelialer Histologie (SQ-NSCLC) nach vorangegangener Chemotherapie. Am 4. April 2016 wurde die Zulassung von Nivolumab auf das NSCLC mit nicht-plattenepithelialer Histologie (NSQ-NSCLC) und das fortgeschrittene Nierenzellkarzinom (RCC) nach Vortherapie erweitert. Am 11. Mai 2016 folgte die Zulassung in Kombination mit Ipilimumab bei Erwachsenen für die Behandlung des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanoms. Seit dem 21. November 2016 ist Nivolumab zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms (cHL) bei Erwachsenen nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) und Behandlung mit Brentuximab Vedotin indiziert. Die Zulassung von Nivolumab als Monotherapie zur Behandlung des Plattenepithelkarzinoms des Kopf-Hals-Bereichs (SCCHN) bei Erwachsenen mit einer Progression während oder nach einer platinbasierten Therapie erfolgte am 28. April 2017. Die insgesamt achte Zulassung erhielt Nivolumab am 2. Juni 2017 zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen nicht resezierbaren oder metastasierten Urothelkarzinoms (mUC) bei Erwachsenen nach Versagen einer vorherigen platinhaltigen Therapie.3

Über die Immunonkologie bei Bristol-Myers Squibb

Chirurgie, Strahlentherapie, zytotoxische oder zielgerichtete Therapien bildeten in den letzten Jahrzehnten die Säulen der Krebsbehandlung. Dennoch blieb ein längeres Überleben bei guter Lebensqualität für viele Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen nur schwer erreichbar. Um den Bedarf an neuen, wirkungsvollen Therapien zu decken, fokussiert Bristol-Myers Squibb in seinen Forschungsaktivitäten auf den innovativen Bereich der Immunonkologie. Der primäre Wirkmechanismus immunonkologischer Substanzen besteht darin, im Kampf gegen Krebs das körpereigene Immunsystem zu aktivieren. Das Unternehmen evaluiert derzeit verschiedene immuntherapeutische Substanzen für Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten. Dabei wird auch das Potenzial von Kombinationen immunonkologischer Wirkstoffe, die auf verschiedene und möglicherweise synergistische Signalwege bei der Krebsbehandlung abzielen, geprüft. Bristol-Myers Squibb hat sich verpflichtet, die Forschung in der Immunonkologie voranzutreiben mit dem Ziel, Therapien zu entwickeln, die die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern.

Über Bristol-Myers Squibb

Bristol-Myers Squibb ist ein weltweit tätiges BioPharma-Unternehmen, das sich die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz innovativer Medikamente zur Aufgabe gemacht hat, die Patienten im Kampf gegen schwere Erkrankungen helfen. Weiterführende Informationen unter www.b-ms.de und www.bms-onkologie.de.

Zukunftsgerichtete Aussagen von Bristol-Myers Squibb

Diese Pressemitteilung enthält hinsichtlich der Forschung, Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten sogenannte „zukunftsgerichtete Aussagen“ im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995. Solche zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf gegenwärtigen Erwartungen und unterliegen entsprechenden Risiken und Unsicherheiten, darunter Faktoren, die zum Beispiel eine Verzögerung oder Veränderung dieser Aussagen zur Folge haben und dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse erheblich von den gegenwärtigen Erwartungen abweichen. Es kann keine Garantie für zukunftsgerichtete Aussagen übernommen werden. Neben weiteren Unsicherheiten kann nicht garantiert werden, dass die in dieser Pressemitteilung genannten onkologischen Wirkstoffe in der Europäischen Union für eine weitere Indikation zugelassen werden. Zukunftsgerichtete Aussagen in dieser Pressemitteilung sollten zusammen mit den vielen Unsicherheiten bewertet werden, die sich auf das Handeln von Bristol-Myers Squibb auswirken. Hierzu gehören insbesondere die Unsicherheiten, die in der Erörterung der Risikofaktoren im Jahresbericht von Bristol-Myers Squibb auf Formblatt 10-K für das am 31. Dezember 2016 beendete Geschäftsjahr, in unseren Quartalsberichten auf Formblatt 10-Q und in aktuellen Berichten auf Formblatt 8-K benannt wurden. Bristol-Myers Squibb sieht sich nicht verpflichtet, seine zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder sonstiger Faktoren öffentlich zu aktualisieren.

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Kontakt

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Ina Fürholzer
Arnulfstraße 29
80636 München
Tel.: 089 / 12 142 - 304
Mail: ina.fuerholzer@bms.com

Referenzen
1Ascierto PA, Melero I, Bhatia S, et al. Initial efficacy of anti-lymphocyte activation gene-3 (anti–LAG-3; BMS-986016) in combination with nivolumab (nivo) in pts with melanoma (MEL) previously treated with anti–PD-1/PD-L1 therapy. J Clin Oncol 2017;35(suppl; abstr 9520).
2American Cancer Society. Cancer immunotherapy. Verfügbar unter: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003013-pdf.pdf. Abgerufen am 06.06.2017.
3Fachinformation Opdivo®. Aktueller Stand.
4McDermott DF, Atkins MB. PD-1 as a potential target in cancer therapy. Cancer Med 2013;2(5):662–73.