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Pressemitteilung

Nivolumab: Zwei zulassungsrelevante Studien zeigen auch nach drei Jahren Überlebensvorteil für Patienten mit vorbehandeltem fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom

08/09/17


  • Daten zeigen weiterhin einen Vorteil für Nivolumab in der gesamten Studienpopulation: Im Vergleich zum Docetaxel-Arm waren nach drei Jahren fast dreimal (CheckMate -017) beziehungsweise zweimal (CheckMate -057) so viele Patienten am Leben.
  • Diese Ergebnisse stammen aus dem längsten Follow up einer Phase-III-Studie mit einem PD 1 Inhibitor in der Zweitlinientherapie des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms.
  • Das Verträglichkeitsprofil von Nivolumab entspricht bei einer Nachbeobachtungszeit von mindestens drei Jahren früheren Auswertungen beider Datensätze.


München, 8. September 2017 – Bristol-Myers Squibb veröffentlichte anlässlich des diesjährigen Kongresses der European Society for Medical Oncology (ESMO) 3-Jahres-Daten zum Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) aus den Studien CheckMate -017 und CheckMate -057. Im Rahmen dieser beiden zulassungsrelevanten randomisierten Phase-III-Studien wird Nivolumab (Opdivo®) zur Behandlung von Patienten mit vorbehandeltem, metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Vergleich zu Docetaxel untersucht. In der Studie CheckMate -017, zur Untersuchung des vorbehandelten plattenepithelialen NSCLC waren 16 % (21/135) der mit Nivolumab behandelten Patienten nach drei Jahren am Leben vs. 6 % der Patienten im Docetaxel-Arm (8/137) (HR 0,62; 95 %-KI: 0,48–0,80). In der Studie CheckMate -057 zur Untersuchung des vorbehandelten nicht-plattenepithelialen NSCLC, waren 18 % (49/292) der mit Nivolumab behandelten Patienten nach drei Jahren am Leben vs. 9 % (26/290) (HR 0,73; 95 %-KI: 0,62–0,88) der Patienten im Docetaxel-Arm. Ähnlich wie in vorherigen Auswertungen konnte ein von der Histologie unabhängiger Gesamtüberlebensvorteil festgestellt werden. Zu den Überlebenden nach drei Jahren gehörten sowohl Patienten mit als auch ohne PD-L1-Expression. Nach einer Mindestnachbeobachtungszeit von drei Jahren wurden für Nivolumab keine neuen Sicherheitssignale identifiziert. Das Verträglichkeitsprofil war in beiden Studien konsistent mit vorherigen Auswertungen.

„Nivolumab ist bereits eine Standardtherapie für vorbehandelte nicht-kleinzellige Lungenkarzinome aller Histologien und zeigt in zwei zulassungsrelevanten Phase-III-Studien ein beständiges Langzeitüberleben. Die Daten der Studien CheckMate -017 und CheckMate -057 unterstreichen weiterhin den nachhaltigen Überlebensvorteil, den Nivolumab diesen Patienten sogar nach drei Jahren bietet. Diese Ergebnisse sind wichtig für die klinische Praxis und basieren auf Daten, die im Rahmen der bislang längsten Nachbeobachtungszeit für einen PD-1-Inhibitor vs. Chemotherapie in der Zweitlinientherapie des NSCLC erhoben wurden“, so Enriqueta Felip, M.D., Leiterin der Thoracic Tumors Group am Vall d‘Hebron Institute of Oncology in Barcelona, Spanien.

Diese Daten werden auf dem Kongress der ESMO 2017 vorgestellt (Abstract #1301PD).1

„Die Entwicklung innovativer Arzneimittel hat für uns höchste Priorität. Denn nur so können wir Patienten das bieten, was ihnen im Kampf gegen Krebs am wichtigsten ist: Langzeitüberleben. Der langfristige Überlebensvorteil, den Nivolumab in den zulassungsrelevanten Studien CheckMate  017- und -057 zeigen konnte, belegt unsere Verpflichtung gegenüber dieser Vision. Darüber hinaus erweitern diese Daten auch unser Verständnis des Nutzens, den Nivolumab für Patienten mit vorbehandeltem metastasiertem NSCLC haben kann, während wir weiterhin Nivolumab allein und in Kombination mit anderen Wirkstoffen für eine Vielzahl thorakaler Krebserkrankungen erforschen“, so Nick Botwood, M.D., Development Lead, Thoracic Cancers, Bristol-Myers Squibb.

Über CheckMate -017 & CheckMate -057

CheckMate -017 und CheckMate -057 sind zwei zulassungsrelevante, randomisierte und unverblindete Phase-III-Studien, in deren Rahmen Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht alle zwei Wochen im Vergleich zur Standardtherapie mit Docetaxel 75 mg/m2 alle drei Wochen bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und Progression während oder nach einer oder mehreren platinbasierten Chemotherapie-Doubletten untersucht wird. In die Studie CheckMate -017 wurden 272 NSCLC-Patienten mit plattenepithelialer Histologie eingeschlossen, 582 NSCLC-Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologie in die Studie CheckMate -057. Beide Studien nahmen Patienten mit verschiedenen PD-L1-Expressionsgraden auf. Der primäre Endpunkt war in beiden Studien das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS), die sekundären Endpunkte die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate, ORR), das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS) und die Wirksamkeit in Abhängigkeit von der PD-L1-Expression.
In beiden Studien wurde ein Gesamtüberlebensvorteil durch Nivolumab für alle PD-L1-Expressionsgrade beobachtet, einschließlich Patienten mit einer PD L1 Expression von < 1 %. Nach drei Jahren waren von den im Rahmen der Studie CheckMate -017 mit Nivolumab behandelten NSCLC-Patienten mit plattenepithelialer Histologie 13 % (7/54) mit einer PD-L1-Expression von < 1 % und 14 % (9/63) mit einer PD-L1-Expression von ≥ 1 % am Leben. Von den im Rahmen der Studie CheckMate -057 mit Nivolumab behandelten NSCLC-Patienten mit nicht-plattenepithelialer Histologie waren nach drei Jahren 11 % (11/108) mit einer PD-L1-Expression von < 1 % und 26 % (29/123) mit einer PD-L1-Expression von ≥ 1 % am Leben.
Das Verträglichkeitsprofil von Nivolumab entsprach auch weiterhin früheren Auswertungen von Daten aus beiden zulassungsrelevanten Studien. Im Hinblick auf die gepoolte Verträglichkeitsanalyse traten bei 10,5 % der mit Nivolumab behandelten Patienten behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (UEs) der Grade 3/4 auf. Die am häufigsten bei mit Nivolumab behandelten Patienten aufgetretenen, behandlungsbedingten UEs jeden Grades umfassten Fatigue (17,0 %), Übelkeit (11,0 %), Appetitminderung (11,0 %), Asthenie (10,5 %), Pruritus (6,9 %) und Erbrechen (5,0 %).

Über Lungenkrebs

Lungenkrebs ist weltweit die häufigste krebsbedingte Todesursache. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich knapp 1,7 Millionen Menschen an Lungenkrebs und damit weltweit mehr Menschen als an Darm-, Brust- und Prostatakrebs zusammen. 2,3  Das nicht kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) ist eine der häufigsten Formen dieser Erkrankung, auf die rund 85 % der Lungenkrebsfälle entfallen.4 Etwa 25–30 % aller Lungenkarzinome haben eine plattenepitheliale Histologie.4 Auf das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom mit nicht plattenepithelialer Histologie entfallen 50–65 % der Fälle.4 Die Überlebensrate hängt von dem Stadium und der Art des Karzinoms zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Weltweit beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate für das nicht kleinzellige Lungenkarzinom im ersten Stadium 47–50 %.4 Bei nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen im Stadium IV sinkt die 5 Jahres Überlebensrate auf 2 %.4

Über Nivolumab (Opdivo®)

Tumorzellen können durch verschiedene Escape-Mechanismen, wie die Unterdrückung der Immunantwort über Checkpoint-Signalwege, der körpereigenen Immunabwehr entkommen.5 Nivolumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der spezifisch an den Programmed-Death-1(PD 1)-Rezeptor auf aktivierten T-Zellen bindet.6 Dadurch kann Nivolumab die Interaktion der Liganden PD-L1 und PD-L2 auf der Oberfläche der Tumorzellen mit dem PD-1-Rezeptor hemmen. Die Blockade des PD-1-Rezeptors durch Nivolumab kann so eine Unterdrückung der Immunabwehr verhindern und die antitumorale Immunantwort reaktivieren.5,7 Nivolumab ist in der EU mittlerweile in sechs Indikationen zugelassen.6 Um Nivolumab bei unterschiedlichen Tumorarten als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Behandlungen zu untersuchen, hat Bristol-Myers Squibb ein umfangreiches, globales Entwicklungsprogramm mit mehr als 50 Studien aufgesetzt, in die weltweit über 25.000 Patienten eingeschlossen wurden.

Über Bristol-Myers Squibb

Bristol-Myers Squibb ist ein weltweit tätiges BioPharma-Unternehmen, das sich die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz innovativer Medikamente zur Aufgabe gemacht hat, die Patienten im Kampf gegen schwere Erkrankungen helfen. Weiterführende Informationen unter www.b-ms.de oder www.bms.com.

Zukunftsgerichtete Aussagen von Bristol-Myers Squibb

Diese Pressemitteilung enthält hinsichtlich der Forschung, Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten sogenannte „zukunftsgerichtete Aussagen“ im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995. Solche zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf gegenwärtigen Erwartungen und unterliegen entsprechenden Risiken und Unsicherheiten, darunter Faktoren, die zum Beispiel eine Verzögerung oder Veränderung dieser Aussagen zur Folge haben und dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse erheblich von den gegenwärtigen Erwartungen abweichen. Es kann keine Garantie für zukunftsgerichtete Aussagen übernommen werden. Neben weiteren Unsicherheiten kann nicht garantiert werden, dass die in der Pressemitteilung genannten onkologischen Wirkstoffe in der Europäischen Union für eine weitere Indikation zugelassen werden. Zukunftsgerichtete Aussagen in dieser Pressemitteilung sollten zusammen mit den vielen Unsicherheiten bewertet werden, die sich auf das Handeln von Bristol-Myers Squibb auswirken. Hierzu gehören insbesondere die Unsicherheiten, die in der Erörterung der Risikofaktoren im Jahresbericht von Bristol-Myers Squibb auf Formblatt 10-K für das am 31. Dezember 2016 beendete Geschäftsjahr, in unseren Quartalsberichten auf Formblatt 10-Q und in aktuellen Berichten auf Formblatt 8-K benannt wurden. Bristol-Myers Squibb sieht sich nicht verpflichtet, seine zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder sonstiger Faktoren öffentlich zu aktualisieren.

 

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Kontakt

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Ina Fürholzer
Arnulfstraße 29
80636 München
Tel.: 089 / 12 142 - 304
Mail: ina.fuerholzer@bms.com

Referenzen
1Felip E. Three-year follow-up from CheckMate -017/-057: nivolumab versus docetaxel in patients with previously treated advanced non-small cell lung cancer. Poster presented at ESMO 2017. Abstract #1301PD.
2Globocan 2012. Estimated cancer incidence, mortality and prevalence worldwide in 2012 – world population fact sheet. Verfügbar unter: http://globocan.iarc.fr/Pages/fact_sheets_population.aspx?country=900. Abgerufen am 08.09.2017.
3Globocan 2012. Estimated cancer incidence, mortality and prevalende worldwide in 2012 – simple maps. Verfügbar unter: http://globocan.iarc.fr/Pages/Map.aspx. Abgerufen am 08.09.2017.
4American Cancer Society. Lung cancer (non-small cell). Verfügbar unter: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003115-pdf.pdf. Abgerufen am 08.09.2017.
5American Cancer Society. Cancer immunotherapy. Verfügbar unter: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003013-pdf.pdf. Abgerufen am 08.09.2017.
6Fachinformation Opdivo®. Aktueller Stand.
7McDermott DF, Atkins MB. PD-1 as a potential target in cancer therapy. Cancer Med 2013;2(5):662–73.