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Pressemitteilung

Phase-III-Studie CheckMate -214: Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab zeigt Gesamtüberlebensvorteil und anhaltendes Ansprechen bei Patienten mit bisher unbehandeltem fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom

15/09/17


  • Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab reduzierte das Mortalitätsrisiko um 37 % im Vergleich zum Therapiestandard Sunitinib bei Patienten der intermediären und ungünstigen Risikogruppe.
  • Die Kombinationstherapie verbesserte zudem bei allen randomisierten Patienten das Gesamtüberleben signifikant und zeigte eine objektive Ansprechrate von 42 % bei Patienten der intermediären und ungünstigen Risikogruppe. 9,4 % dieser Patienten zeigten ein vollständiges Ansprechen.
  • Unerwünschte Ereignisse der Grade 3/4 traten bei 46 % der Patienten im Arm der Kombinationstherapie mit Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht und Ipilimumab 1 mg/kg Körpergewicht auf, im Vergleich zu 64 % im Sunitinib-Arm.

München, 15. September 2017 – Bristol-Myers Squibb gab jetzt Ergebnisse aus der Phase-III-Studie CheckMate -214 bekannt, einschließlich Daten aus wichtigen Subgruppen. Im Rahmen dieser Studie wird Nivolumab (Opdivo®) in Kombination mit Ipilimumab (Yervoy®) bei Patienten mit bisher unbehandeltem fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom (RCC) im Vergleich zu Sunitinib untersucht. Wie eine Interimsanalyse des co-primären Endpunkts Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) bei Patienten der intermediären und ungünstigen Risikogruppe nach einem Follow-up von mindestens 17,5 Monaten zeigte, reduzierte die Kombination von Nivolumab mit Ipilimumab das Mortalitätsrisiko um 37 % (HR: 0,63; 99,8 %-KI: 0,44–0,89; p < 0,0001) im Vergleich zum derzeitigen Therapiestandard Sunitinib. Das mediane OS wurde für die Kombinationstherapie noch nicht erreicht und betrug 26 Monate unter Sunitinib (95 %-KI: 22,1–n.a.). Die Ergebnisse der Studie CheckMate -214 wurden auf der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) 2017 im Rahmen des Presidential Symposiums präsentiert (Abstract #LBA5).

Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab führte zudem bei allen randomisierten Patienten zu einem verbesserten OS, einem sekundären Endpunkt. In dieser Population reduzierte die Kombinationstherapie das Mortalitätsrisiko um 32 % (HR 0,68; 99,8 %-KI: 0,49–0.95; p = 0,0003) im Vergleich zu Sunitinib. Das mediane OS wurde unter der Kombinationstherapie bislang nicht erreicht und betrug 32,9 Monate unter Sunitinib (95 %-KI: n.a.–n.a.).

Ergebnisse für die anderen beiden primären Endpunkte, die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate, ORR) und das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS) von Patienten der intermediären oder ungünstigen Risikogruppe, wurden zuvor bereits bekanntgegeben. Die Sicherheit der Kombinationstherapie war konsistent mit den Ergebnissen aus früheren Studien zu diesen Wirkstoffen bei RCC-Patienten.

In der Erstlinientherapie besteht ein hoher therapeutischer Bedarf für zusätzliche Behandlungsoptionen, die Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom einen relevanten Überlebensvorteil sowie ein anhaltendes Ansprechen bieten können. Diese Ergebnisse für die Kombinationstherapie mit Nivolumab und Ipilimumab sind sehr ermutigend für Patienten mit bisher unbehandeltem metastasiertem RCC und schlechter Prognose“, so Bernard Escudier, M.D., ehemaliger Vorsitzender der Urogenital Group of the Institut Gustave Roussy, Villejuif, Frankreich.

Unerwünschte Ereignisse (AEs), die zum Abbruch der Behandlung führten, wurden von 22 % der Patienten (547) im Kombinationstherapie-Arm gemeldet, im Vergleich zu 12 % der Patienten (535) im Sunitinib-Arm. Die häufigsten AEs der Grade 3/4 unter der Kombinationstherapie waren Fatigue (4 %), Diarrhö (4 %), Ausschlag (2 %), Übelkeit (2 %) und, bei weniger als jeweils 1 %, Pruritus, Hypothyreose, Erbrechen und Hypertonie. Unter Sunitinib traten die folgenden AEs der Grade 3/4 am häufigsten auf: Hypertonie (16 %), Fatigue (9 %), palmar-plantare Erythrodysästhesie (9 %), Stomatitis (3 %), Schleimhautentzündung (3 %), Erbrechen (2 %), Übelkeit (1 %), Appetitminderung (1 %), Hypothyreose (< 1 %) und Dysgeusie (< 1 %). Es traten 7 behandlungsbedingte Todesfälle unter der Kombinationstherapie auf und 4 unter Sunitinib.

„Als Vorreiter auf dem Forschungsgebiet der Immunonkologie haben wir es uns zum Ziel gesetzt, durch die Kombination von Wirkstoffen das Gesamtüberleben für mehr Patienten zu erhöhen. Bereits zum zweiten Mal haben wir nun in einer Phase-III-Studie gezeigt, dass Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab einen Überlebensvorteil für Patienten bieten könnte“, so Vicki Goodman, M.D., Head of New Asset Development, Bristol-Myers Squibb. „Diese positiven Daten, die zeigen, dass Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab das Überleben im Erstliniensetting verbessern kann, haben das Potenzial – eine Zulassung vorausgesetzt – den Erstlinienstandard für die Behandlung des fortgeschrittenen RCC zu verändern. Damit stellen sie für Patienten mit dieser Erkrankung womöglich einen entscheidenden Schritt nach vorn dar.“

Über CheckMate -214

CheckMate -214 ist eine randomisierte und unverblindete Phase-III -Studie, in deren Rahmen die Kombination von Nivolumab mit Ipilimumab gegenüber Sunitinib bei Patienten mit bisher unbehandeltem fortgeschrittenem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom untersucht wird. Patienten im Kombinationsarm erhielten Nivolumab 3 mg/kg Körpergewicht (KG) plus Ipilimumab 1 mg/kg KG alle 3 Wochen für 4 Dosen gefolgt von Nivolumab 3 mg/kg KG alle zwei Wochen. Patienten im Vergleichsarm erhielten Sunitinib 50 mg einmal täglich für 4 Wochen, gefolgt von zwei therapiefreien Wochen vor Fortsetzung der Behandlung. Die Patienten wurden bis zum Progress oder dem Auftreten inakzeptabler Toxizität behandelt. Die primären Endpunkte der Studie waren das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS), das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) und die objektive Ansprechrate (Objective Response Rate, ORR) bei Patienten der intermediären und ungünstigen Risikogruppe (etwa 75 % der Patienten). Die Irrtumswahrscheinlichkeit Alpha wurde mehrheitlich zugunsten des OS platziert. Die Sicherheit ist ein sekundärer Endpunkt.

Wie schon zuvor berichtet, erreichte die Kombination von Nivolumab und Ipilimumab bei Patienten der intermediären und ungünstigen Risikogruppe eine ORR (co-primärer Endpunkt) von 42,0 % vs. 27,0 % für Sunitinib. Die mediane Ansprechdauer wurde unter der Kombinationstherapie nicht erreicht und betrug 18,2 Monate unter Sunitinib. Das PFS (co-primärer Endpunkt) wurde bei Patienten der intermediären und ungünstigen Risikogruppe unter der Kombinationstherapie um 18,0 % verbessert (HR = 0,82; 99,1 %-KI: 0,64–1,05; zweifach stratifiziert; p = 0,331), erreichte aber nicht die präspezifizierte Schwelle der statistischen Signifikanz von 0,009 vs. Sunitinib. Das mediane PFS für den Kombinationsarm betrug 11,6 Monate (95 %-KI: 8,71–15,51) vs. 8,4 Monate (95 %-KI: 7,0–10,8) im Sunitinib-Arm.

Über das Nierenzellkarzinom

Das Nierenzellkarzinom (Renal Cell Carcinoma, RCC) ist die häufigste Form von Nierenkrebs und jährlich für mehr als 34.000 Todesfälle in der Europäischen Union verantwortlich1.  Ungefähr 80–90 % der Nierenzellkarzinome sind klarzellige RCCs, die somit die größte Prävalenz aufweisen.1 Männer erkranken etwa 1,5 mal so häufig an einem RCC wie Frauen mit den höchsten Erkrankungsraten in den westlichen Ländern.1 Die krankheitsspezifische 5-Jahres-Überlebensrate beträgt in der mittleren Risikogruppe im metastasierten Stadium 19,5 %2.

Über Nivolumab (Opdivo®)

Tumorzellen können durch verschiedene Escape-Mechanismen, wie die Unterdrückung der Immunantwort über Checkpoint-Signalwege, der körpereigenen Immunabwehr entkommen. Nivolumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der spezifisch an den Programmed Death 1(PD 1) Rezeptor auf aktivierten T-Zellen bindet.  Dadurch kann Nivolumab die Interaktion der Liganden PD L1 und PD L2 auf der Oberfläche der Tumorzellen mit dem PD 1 Rezeptor hemmen. Die Blockade des PD 1 Rezeptors durch Nivolumab kann so eine Unterdrückung der Immunabwehr verhindern und die antitumorale Immunantwort reaktivieren.3,5,  Nivolumab ist in der EU mittlerweile in sechs Indikationen zugelassen.6 Um Nivolumab bei unterschiedlichen Tumorarten als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Behandlungen zu untersuchen, hat Bristol Myers Squibb ein umfangreiches, globales Entwicklungsprogramm mit mehr als 50 Studien aufgesetzt, in die weltweit über 25.000 Patienten eingeschlossen wurden.

Über die Immunonkologie bei Bristol-Myers Squibb

Chirurgie, Strahlentherapie, zytotoxische oder zielgerichtete Therapien bildeten in den letzten Jahrzehnten die Säulen der Krebsbehandlung. Dennoch blieb ein längeres Überleben bei guter Lebensqualität für viele Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen nur schwer erreichbar. Um den Bedarf an neuen, wirkungsvollen Therapien zu decken, fokussiert Bristol-Myers Squibb in seinen Forschungsaktivitäten auf den innovativen Bereich der Immunonkologie. Der primäre Wirkmechanismus immunonkologischer Substanzen besteht darin, im Kampf gegen Krebs das körpereigene Immunsystem zu aktivieren. Das Unternehmen evaluiert derzeit verschiedene immuntherapeutische Substanzen für Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten. Dabei wird auch das Potenzial von Kombinationen immunonkologischer Wirkstoffe, die auf verschiedene und möglicherweise synergistische Signalwege bei der Krebsbehandlung abzielen, geprüft. Bristol-Myers Squibb hat sich verpflichtet, die Forschung in der Immunonkologie voranzutreiben mit dem Ziel, Therapien zu entwickeln, die die Lebenserwartung und die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern.

Über Bristol Myers Squibb

Bristol-Myers Squibb ist ein weltweit tätiges BioPharma-Unternehmen, das sich die Erforschung, Entwicklung und den Einsatz innovativer Medikamente zur Aufgabe gemacht hat, die Patienten im Kampf gegen schwere Erkrankungen helfen. Weiterführende Informationen unter www.b-ms.de und www.bms-onkologie.de.

Zukunftsgerichtete Aussagen von Bristol-Myers Squibb

Diese Pressemitteilung enthält hinsichtlich der Forschung, Entwicklung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten sogenannte „zukunftsgerichtete Aussagen“ im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act von 1995. Solche zukunftsgerichteten Aussagen basieren auf gegenwärtigen Erwartungen und unterliegen entsprechenden Risiken und Unsicherheiten, darunter Faktoren, die zum Beispiel eine Verzögerung oder Veränderung dieser Aussagen zur Folge haben und dazu führen könnten, dass die tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnisse erheblich von den gegenwärtigen Erwartungen abweichen. Es kann keine Garantie für zukunftsgerichtete Aussagen übernommen werden. Neben weiteren Unsicherheiten kann nicht garantiert werden, dass die in dieser Pressemitteilung genannten onkologischen Wirkstoffe in der Europäischen Union für eine weitere Indikation zugelassen werden. Zukunftsgerichtete Aussagen in dieser Pressemitteilung sollten zusammen mit den vielen Unsicherheiten bewertet werden, die sich auf das Handeln von Bristol-Myers Squibb auswirken. Hierzu gehören insbesondere die Unsicherheiten, die in der Erörterung der Risikofaktoren im Jahresbericht von Bristol-Myers Squibb auf Formblatt 10-K für das am 31. Dezember 2016 beendete Geschäftsjahr, in unseren Quartalsberichten auf Formblatt 10-Q und in aktuellen Berichten auf Formblatt 8-K benannt wurden. Bristol-Myers Squibb sieht sich nicht verpflichtet, seine zukunftsgerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder sonstiger Faktoren öffentlich zu aktualisieren.

 

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Kontakt

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Ina Fürholzer
Arnulfstraße 29
80636 München
Tel.: 089 / 12 142 - 304
Mail: ina.fuerholzer@bms.com

Referenzen

1Ljundberg B, Albiges L, Bensalah A, et al. Systematic review methodology for the european association of urology. Guidelines on renal cell carcinoma. 2017. Verfügbar unter: http://uroweb.org/guideline/renal-cell-carcinoma/. Abgerufen am 12.09.2017.
2Escudier B, Porta C, Schmidinger M, et al. Renal cell carcinoma: ESMO clinical practice guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Annals of Oncology;27(suppl. 5):v58–v68. American Cancer Society. Cancer immunotherapy. Verfügbar unter: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003013-pdf.pdf. Abgerufen am 12.09.2017.
3American Cancer Society. Cancer immunotherapy. Verfügbar unter: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003013-pdf.pdf. Abgerufen am 12.09.2017.
4Fachinformation Opdivo®. Aktueller Stand.
5McDermott DF, Atkins MB. PD-1 as a potential target in cancer therapy. Cancer Med 2013;2(5):662–73